“firmitatis [Standfestigkeit] - utilitatis [Gebrauchstauglichkeit] - venustatis [Schönheit] “ - Vitruvius Pollio
Wolfgang STEINER | ZT

PRÜFSTATIK

Bezugnehmend   auf   die   in   der   letzten   Zeit   auftretenden   Schäden   an   Gebäuden   im   Hinblick   auf   tragwerksplanerische   Ursachen   ist   es mir    hier    ein    Anliegen    die    Forderung    einer    Fremdüberwachung    der    Tragwerksplanung    (Prüfstatik)    kurz    bei    entsprechenden Bauwerken darzulegen. Die   OIB1   Richtlinie   „Mechanische   Festigkeit   und   Standsicherheit“   ist   in   Kärnten   seit   1.Oktober   2012   im   Gesetz   verbindlich   verankert (Kärntner   Bauvorschrift   K-BV,   §   11).   Für   die   übrigen   Bundesländer   (mit   Ausnahme   von   Salzburg   und   Niederösterreich)   gilt   dies   in ähnlicher Form seit 2013. In   den   Erläuterungen   zur   OIB1-Richtline   werden   die   Gründe,   welche   für   eine   Fremdüberwachung   stehen,   nachfolgend   in   prägnanter Form beschrieben: Auszug aus: Erläuternde Bemerkungen zu OIB-Richtlinie 1 „Mechanische Festigkeit und Standsicherheit“ Ausgabe: April 2007 (sinngemäß Ausgabe Oktober 2011) Die   Forderung   nach   einer   Fremdüberwachung   der   Planung   bestimmter   Bauwerke   stellt   eine   Abkehr   von   der   bisher   in   Österreich geübten   Praxis   dar,   nach   der   befugte   Personen,   namentlich   Ziviltechniker   und   Baumeister,   Kraft   ihrer   Ausbildung   Tragwerksplanung ohne jede Überprüfung betreiben konnten. Die Gründe für diese Abkehr sind: Bedingt   durch   die   EU-weite   Dienstleistungsfreiheit   können   ausländische   Tragwerksplaner   in   Österreich   tätig   werden,   die   nicht   über jenes Qualitätsniveau verfügen, das hierzulande für einen Tragwerksplaner gefordert ist (Baumeister bzw. Ziviltechniker). Vom   Ausland   stammende,   eingeführte   Tragwerke   (z.B.   Fertighallen)   sollen   in   den   angegebenen   Fällen   auf   Übereinstimmung   mit   den in   Österreich   vorliegenden   unterschiedlichen   Bedingungen   geographischer,   klimatischer   und   lebensgewohnheitlicher   Art   sowie   dem in Österreich vorliegenden Schutzniveau überprüft werden. Der    in    den    letzten    12    Jahren    zu    beobachtende    Rückgang    der    Qualität    in    der    Tragwerksplanung,    festzustellen    an    steigenden Schadens-summen   einerseits   und   im   Vergleich   mit   den   Nachbarstaaten,   insbesondere   Deutschland,   generell   sehr   hohen   Schäden andererseits, soll gestoppt werden. Der verschärfte Termin- und Preisdruck führt zu „Einsparungen“ bei der Planung und damit letztlich zu Qualitätsverlust. Der   wirtschaftliche   Druck,   Tragwerke   höher   ausnützen   zu   müssen,   im   Verein   mit   den   modernen,   wesentlich   komplexeren   und   nur mehr   mit   entsprechendem   EDV-Einsatz   zu   exekutierenden   Normen   (Eurocodes),   führt   leichter   an   die   Grenzen   der   Tragsicherheit   und macht Fehler wesentlich folgenschwerer als dies früher der Fall war. Zum   Aufwand   für   die   Fremdüberwachung   der   Planung   wird   davon   ausgegangen,   dass   dieser   der   Größe   und   der   Komplexität   des gegenständlichen   Bauwerks   angemessen   sein   wird.   D.h.,   dass   kleinere,   einfachere   Bauwerke   einen   deutlich   geringeren   Aufwand   für die Fremdüberwachung verursachen als größere und komplexere Bauwerke. Quelle: http://www.oib.or.at/
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Wolfgang STEINER | ZT

PRÜFSTATIK

Bezugnehmend   auf   die   in   der   letzten   Zeit   auftretenden   Schäden   an Gebäuden    im    Hinblick    auf    tragwerksplanerische    Ursachen    ist    es mir   hier   ein   Anliegen   die   Forderung   einer   Fremdüberwachung   der Tragwerksplanung   (Prüfstatik)   kurz   bei   entsprechenden   Bauwerken darzulegen. Die   OIB1   Richtlinie   „Mechanische   Festigkeit   und   Standsicherheit“   ist in    Kärnten    seit    1.Oktober    2012    im    Gesetz    verbindlich    verankert (Kärntner   Bauvorschrift   K-BV,   §   11).   Für   die   übrigen   Bundesländer (mit    Ausnahme    von    Salzburg    und    Niederösterreich)    gilt    dies    in ähnlicher Form seit 2013. In   den   Erläuterungen   zur   OIB1-Richtline   werden   die   Gründe,   welche für    eine    Fremdüberwachung    stehen,    nachfolgend    in    prägnanter Form beschrieben: Auszug aus: Erläuternde Bemerkungen zu OIB-Richtlinie 1 „Mechanische   Festigkeit   und   Standsicherheit“   Ausgabe:   April   2007 (sinngemäß Ausgabe Oktober 2011) Die     Forderung     nach     einer     Fremdüberwachung     der     Planung bestimmter     Bauwerke     stellt     eine     Abkehr     von     der     bisher     in Österreich     geübten     Praxis     dar,     nach     der     befugte     Personen, namentlich   Ziviltechniker   und   Baumeister,   Kraft   ihrer   Ausbildung Tragwerksplanung   ohne   jede   Überprüfung   betreiben   konnten.   Die Gründe für diese Abkehr sind: Bedingt      durch      die      EU-weite      Dienstleistungsfreiheit      können ausländische   Tragwerksplaner   in   Österreich   tätig   werden,   die   nicht über    jenes    Qualitätsniveau    verfügen,    das    hierzulande    für    einen Tragwerksplaner gefordert ist (Baumeister bzw. Ziviltechniker). Vom   Ausland   stammende,   eingeführte   Tragwerke   (z.B.   Fertighallen) sollen   in   den   angegebenen   Fällen   auf   Übereinstimmung   mit   den   in Österreich         vorliegenden         unterschiedlichen         Bedingungen geographischer,   klimatischer   und   lebensgewohnheitlicher   Art   sowie dem in Österreich vorliegenden Schutzniveau überprüft werden. Der    in    den    letzten    12    Jahren    zu    beobachtende    Rückgang    der Qualität    in    der    Tragwerksplanung,    festzustellen    an    steigenden Schadens-summen      einerseits      und      im      Vergleich      mit      den Nachbarstaaten,   insbesondere   Deutschland,   generell   sehr   hohen Schäden andererseits, soll gestoppt werden. Der   verschärfte   Termin-   und   Preisdruck   führt   zu   „Einsparungen“   bei der Planung und damit letztlich zu Qualitätsverlust. Der   wirtschaftliche   Druck,   Tragwerke   höher   ausnützen   zu   müssen, im    Verein    mit    den    modernen,    wesentlich    komplexeren    und    nur mehr   mit   entsprechendem   EDV-Einsatz   zu   exekutierenden   Normen (Eurocodes),   führt   leichter   an   die   Grenzen   der   Tragsicherheit   und macht    Fehler    wesentlich    folgenschwerer    als    dies    früher    der    Fall war. Zum   Aufwand   für   die   Fremdüberwachung   der   Planung   wird   davon ausgegangen,    dass    dieser    der    Größe    und    der    Komplexität    des gegenständlichen    Bauwerks    angemessen    sein    wird.    D.h.,    dass kleinere,   einfachere   Bauwerke   einen   deutlich   geringeren   Aufwand für      die      Fremdüberwachung      verursachen      als      größere      und komplexere Bauwerke. Quelle: http://www.oib.or.at/

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